Rimbassacaglia

break

für Flöte, Mandoline, Bassklarinette und Marimba (1996)

Ein streng seriell gearbeitetes, dreiteiliges Werk in der Form einer Passacaglia. Entwicklung aus einer schlichten Mandolinen-Tarantella zu einem hoch virtuosen, spannenden Stück, das seine rhythmisch-metrische Zahlenakrobatik und serielle Machart völlig vergessen lässt.

Es existieren zwei Versionen:
1. mit nur einem Marimbaphon (sehr schwierig)
2. mit zwei Marimbas (mittelschwierig)

WN 15
Gesamtdauer: ca. 15 min
Schwierigkeitsgrad: mittel / hoch
UA: 4. Juli 1997, Amsterdam (Ensemble Insomnio)

 

break

pdf Notenbeispiele

[... in Bearbeitung]

 

mp3 Hörbeispiele

This text will be replaced by the flash music player.

 

break

"Rimbassacaglia lebt vom Gegensatz des Statischen und des Energetisch-Dynamischen.

Statisch, indem das Marimbaphon aus der anfänglich melodisch "schönen" Mandolinen-Tarantella einen für die Teile I und III bestimmenden Passacaglia-Ostinato entwickelt, Flöte und Bassklarinette aus diesem Material eine statische Zwölftonreihe herauslösen. Statisch auch, indem einzelne hartnäckig durchgehaltene, im Zusammenspiel aber stark widerstreitende Metrumschemata strukturprägend werden.

Energetisch-dynamisch, weil im Verlauf der Variationsform Passacaglia das Marimbaphon und die Mandoline sich in der ständigen Verschiebung der statischen Grundmetren abwechseln und steigern, verbunden mit wachsenden klanglichen und melodischen Verdichtungen und Überlagerungen. Energetisch auch, weil sich die Mandoline mit der hohen Flöte und der tiefen Bassklarinette, deren Reihenpermutationen (Transpositionen und Umkehrung) eigene melodische und rhythmische Energien entwickeln und damit das Geschehen ausgesprochen beleben, im Schlussteil schließlich spannungsreich gegen das Marimbaphon stellen. Dieses überhöht seinen Part formgerecht, aber mit virtuos übersteigerten, improvisatorisch freigegebenen Spielfiguren.

Das Stück endet, nachdem ein Mittelteil streng dodecaphon eine vertikal klangliche und eher lyrische Gegenposition bezogen hatte, sehr aprupt. Allerdings hat die Mandoline Gelegenheit, noch einmal, reminiszenzartig die kleine Anfangsmelodie, den Ursprung allen Geschehens, zu intonieren."
(Erwin E.W. Meier, 1996)

 

break

"Erwin E.W. Meier geht in seiner Rimbassacaglia zwölftönig vor, lässt den Hörer an der Genauigkeit der kompositorischen Arbeit teilhaben und bricht die Strenge des Formgefühls durch virtuose Instrumentalbehandlung auf [...]"
Eckhard Britsch, NW 1.11.1997